Die Landesinitiativen

Wir unterstützen junge Geflüchtete mit Duldung oder Gestattung (18 – 27 Jahre) bei ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit!

„Flüchtlinge ohne einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben bisher wenig Chancen auf Weiterbildung und Ausbildung. Oft wollen sie arbeiten oder sich zum Beispiel durch den Ausbau ihrer Sprachkenntnisse integrieren, doch sie haben kaum Möglichkeiten dazu“, betont Ines Frerichs, Bereichsleiterin des BIMS im Kreis Steinfurt.
Genau da setzen die beiden Landesinitiativen “Durchstarten in Ausbildung und Arbeit” und “Gemeinsam klappt’s” des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) an. Sie werden vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) getragen, um jungen geflüchteten Menschen die Teilhabe am Arbeitsmarkt mittels sechs kombinierbarer Förderbausteine zu ermöglichen. Im Ergebnis sollen so die Geflüchteten ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten können.  Zudem profitieren Unternehmen, die unbürokratische Möglichkeiten zur Deckung des Fachkräftebedarfs erhalten.

Durchstarten   MKFFI  MAGS   KIZ 

Das Projekt im Kreis Steinfurt

Der Kreis Steinfurt beteiligt sich an diesen Initiativen, um die Zielgruppe der jungen Geflüchteten nachhaltig beim “Durchstarten in Ausbildung und Arbeit” zu unterstützen. Denn diese Zielgruppe profitiert bisher nicht ausreichend von den Angeboten der Arbeitsförderung des Bundes. Sie benötigt andere Zugänge zu Bildungs- und Qualifizierungsangeboten, um sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, um am gesellschaftlichen Leben ausgeprägter teilhaben zu können.

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) Steinfurt beschäftigt sich bereits seit Juni 2016 mit den Herausforderungen einer bunter werdenden Gesellschaft. Dafür wird es vom MKFFI und vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW gefördert. Das KI ist vom Land NRW damit beauftragt, Integrationsangebote vor Ort zu koordinieren und zu unterstützen. Außerdem soll das KI Strategien entwickeln, wie Bildungs- und Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund erhöht werden können. Das KI koordiniert als “Zentrale Stelle” auch die Umsetzung der passgenauen Bausteine “Teilhabemangement, Coaching und berufliche Sprachqualifizierung” im Kreis Steinfurt.

Regionalbereiche ST und Greven

In den Regionalbereichen Steinfurt und Greven sind seit dem 01.10.2020 vier BIMS-Mitarbeiterinnen im Projekt “Durchstarten in Ausbildung und Arbeit” aktiv. Sie organisieren das Teilhabemanagement, das Coaching und die Durchführung von Sprachkursen in kleinen Gruppen. Ziel ist es, die (vorrangig) Geduldeten und Gestatteten bei der Integration zu unterstützen. Eine wichtige Aufgabe ist zudem die Netzwerkarbeit und Absprache der noch offenen Bedarfe – mit (ehrenamtlichen) Betreuern, Lehrern, Ausbildern, Arbeitgebern, Kammervertretern, Wirtschaftsförderungen sowie mit Vertretern der Jugendmigrationsdienste, der Jobcenter, der Arbeitsagenturen, der Kommunen, der Jugendämter, der Ausländerbehörde, der Integrationsagenturen, der Jugendzentren, von Runden Tischen und Arbeitskreisen zum Thema “Integration” usw., die schon hervorragende Arbeit mit der Zielgruppe leisten. So sollen Ressourcen gebündelt und “Doppelbeauftragungen” durch die Teilnehmenden vermieden werden.

Alle Angebote sind kostenlos für die Teilnehmenden, für Ausbildungsbetriebe und für Arbeitgeber (Landesförderung)!

BIMS-Team Durchstarten

BIMS-Team (v.l.n.r.): Gudrun Hornschuh, C.arina Veelker, Ines Frerichs & Nicole Herschel

Unsere Ansprechpartnerinnen im Regionalgebiet Steinfurt
(Horstmar, Steinfurt, Metelen, Neuenkirchen, Ochtrup, Wettringen)
1. Teilhabemanagerin Nicole Herschel (Tel: +49 (0) 25 51 / 99 689 45, Mail: herschel@bildungsinstitut.de)
2. Coach Gudrun Hornschuh (Tel: +49 (0) 25 51 / 99 689 48, Mail: hornschuh@bildungsinstitut.de)

Unsere Ansprechpartnerinnen im Regionalgebiet Greven
(Altenberge, Emsdetten, Greven, Laer, Nordwalde, Saerbeck)
1. Teilhabemanagerin Carina Veelker (Tel: +49 (0) 25 71/ 921 36 32 , Mail: veelker@bildungsinstitut.de)
2. Coach Ines Frerichs (Tel: +49 (0) 25 51 / 86 39 23, Mail: frerichs@bildungsinstitut.de)

Die Bausteine / Ziele

1. Baustein: Aufnahme ins Teilhabemanagement

Die Teilhabemanagerin baut zuerst den Kontakt zu den jungen Erwachsenen auf. Danach findet sie gemeinsam mit den Teilnehmenden heraus, welche Probleme sie in ihrer Lebenssituation haben. Auch fehlende Zugänge zum Bildungs- und Arbeitsmarkt werden eruiert. Bei Bedarf wird die Person ins Case Management aufgenommen. Alternativ weist die Teilhabemanagerin in die Bausteine Coaching / Sprachqualifizierung zu und/oder verweist an weitere Kooperationspartner. Beachtet wird hierbei, dass die Akteure sich untereinander gut abstimmen. So können Schnittstellen aufgedeckt und besprochen werden. Anschließend gibt die Teilhabemanagerin festgestellte Bedarfe der Zielgruppe an involvierte Stabstellen (KI, Kommunen, G.I.B. NRW, Ministerien) weiter. Diese können dann Zugangsmöglichkeiten für Geduldete zu bereits bestehenden Angeboten eröffnen und neue Angebote planen. Das Ziel ist die Vermittlung in passgenaue Bildungs- und Qualifizierungsangebote, um langfristig die Teilhabe an Ausbildung und Arbeit zu verbessern. „Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig. Wir erläutern den Interessenten das Projekt und zeigen ihnen eine Perspektive auf. Ob sie die Hilfe annehmen, bleibt natürlich ihnen überlassen.“ Bisher seien die Rückmeldungen, so Carina Veelker, durchweg positiv. Problematisch sei aber, dass ältere Interessenten aufgrund der Vorgaben i.d.R. abgewiesen werden müssen.

KI Plakat Coaching und Teilhabemanagement

  • Unsere Teilhabemanagerinnen befassen sich primär mit der Zielgruppe der Geduldeten und sekundär mit den Gestatteten.
  • Ihre Aufgaben sind u. a.:
    – eine erste qualitative und quantitative Erfassung der Zielgruppe
    – Bedarfs- und Angebotsanalyse
    – Erfassung und Dokumentation aller Maßnahmen
    – rechtskreisübergreifende Einzelfallberatung und Vermittlung an die jeweils zuständigen Stellen
    – aufsuchende Sozialarbeit bei Personen, die von einer Komm-Struktur nicht angesprochen werden

2. Baustein: Übergang ins Coaching

Das Coaching ist eine niederschwellige individuelle Betreuung zur Verbesserung der beruflichen Teilhabe. „Wir wollen Angebote schaffen, die genau zu den Personen passen und ihnen weiterhelfen. Das können wir nur, wenn wir die Personen auch wirklich kennen, dafür sind wir auch mit allen Unterstützungssystemen im engen Austausch“, meint Gudrun Hornschuh. Das Coaching kann vor, während und nach den Maßnahmen und/oder beschäftigungs- bzw. ausbildungsbegleitend stattfinden. Unsere Coaches unterstützen dabei, die eigene berufliche Vision zu verwirklichen, indem sie die individuellen Stärken und Neigungen in den Mittelpunkt stellen. U.a. werden die bisherigen Bewerbungsaktivitäten reflektiert. Außerdem werden realistische Berufsziele entwickelt, Selbstvermarkungsstrategien erarbeitet und berufliche Kernkompetenzen trainiert. Das Coaching umfasst folglich:

  • Erkennung, Entwicklung und Förderung von Schlüsselkompetenzen:Coaching verhilft zur Lösung
    – persönliche Kompetenzen (Motivation, Leistungsfähigkeit, etc.)
    – soziale Kompetenzen (Kommunikations-, Teamfähigkeit, etc.)
    – berufliche Kompetenzen (Lernfähigkeit, Arbeitsorganisation, etc.)
    – interkulturelle Kompetenzen (Offenheit, Empathie, etc.)
  • Berufsorientierung
  • Konflikt- und Krisenintervention

3. Baustein: Berufsbegleitende Sprach-Qualifizierung (bei Bedarf)

  • Angeboten wird eine berufsbezogene Sprachförderung. Ziel ist es dabei, die beruflichen und sprachlichen Kompetenzen in Bezug auf die ausgeübte Tätigkeit zu verbessern.
  • Erforderlich ist eine formlose Bestätigung des Arbeitgebers über die Notwendigkeit der Qualifizierung. Diese muss Angaben zur Dauer des Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnisses enthalten.

Vorerst läuft das Projekt bis Ende 2021. „Bis dahin ist es unser Ziel, möglichst vielen Personen geholfen zu haben, auf eigenen Beinen zu stehen mit einer Arbeitsstelle und einer Aufenthaltserlaubnis“, sagt Nicole Herschel zuversichtlich.

Wege im BIMS

Gerne helfen wir Ihnen, sich mit “Durchstarten in Ausbildung und Arbeit” oder anderen Maßnahmen langfristig die eigene berufliche Zukunft zu sichern!
Wir beraten Teilnehmende und Kooperationspartner bereits seit mehr als 35 Jahren professionell dazu, welche Möglichkeiten und Anschlüsse es im BIMS oder bei anderen Trägern/Einrichtungen gibt.
Ihre individuelle und passgenaue Beratung ist uns wichtig!

Das BIMS bietet noch andere weiterführende berufsbezogene Qualifizierungen an. Dieses Poster gibt einen Überblick über unsere Bildungsbereiche, aktuelle Angebote und somit die möglichen Wege im BIMS:

Wege im BIMS Plakat

Die vielen verschiedenen Wege sowie stets neue, innovative Maßnahmen an den mehr als zehn BIMS-Standorten finden Sie hier für Münster, den Kreis Steinfurt, den Kreis Warendorf und Dortmund.

Einen ersten Überblick über das umfangreiche BIMS-Angebot gibt auch der BLOG-Beitrag “Wege im BIMS”.

Stöbern Sie doch unsere BIMS-Homepage oder die Homepages unserer Fachabteilungen für Sprache (GLA) und Pflege (APG) oder unseren Facebook-Auftritt einfach mal durch!

Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

 

 

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